Freie Bürger für demokratische Werte

Offener Brief an den Papst

7 Gründe, in Rom zu bleiben

An
Papst Benedikt XVI. 11. September 2011

OFFENER BRIEF zur Reise nach Deutschland

Sehr geehrter Papst Benedikt,

der Widerstand gegen Ihren Besuch in Deutschland wird immer größer. Es kann sein, dass es zu einem politischen Eklat kommt. Noch ist es nicht zu spät, dies zu vermeiden. Wir empfehlen Ihnen deshalb, Ihre Reisepläne zu überdenken und dabei folgendes zu berücksichtigen:

1. Inzwischen wurde bekannt, dass Ihr Auftreten als Staatsoberhaupt im Deutschen Bundestag ein Etikettenschwindel ist: Der Heilige Stuhl sprach bei der Vorbereitung der Reise in der Korrespondenz mit dem Auswärtigen Amt stets von einer „apostolischen Reise“. Viele Bürger haben inzwischen auch mitbekommen, dass Sie in Wirklichkeit gar kein Staatsoberhaupt sind, weil der „Vatikanstaat“ eine pure Fiktion ist.

2. Es hat sich des Weiteren herumgesprochen, dass nach Ihrer Lehre alle Menschen, die von der Existenz der römisch-katholischen Kirche Kenntnis haben, aber nicht eintreten, ewig verdammt sein sollen. Das trifft auf 71 % der Bundesbürger zu. Diese müssen Ihre Lehre als menschenverachtend empfinden.

3. Dieser Absolutheitsanspruch der römisch-katholischen Kirche, der von Ihnen persönlich in ganz besonderer Weise vertreten wird und geistigem Despotismus gleichkommt, ist mit einer pluralistischen Gesellschaft und einem demokratischen Rechtsstaat schlechthin unvereinbar. Sie bedroht in Ihrer Person und mit Ihrer Lehre die Religionsfreiheit.

4. Deshalb weigern sich auch immer mehr Bundestagsabgeordnete, bei Ihrer Rede im Parlament anwesend zu sein. Um die leeren Reihen zu füllen, will man offenbar Ex-Parlamentarier einladen. Zum Teil werden Sie also nicht vor Abgeordneten, sondern vor Komparsen sprechen. Wollen Sie sich das wirklich antun?

5. Inzwischen nimmt die Hungerkatastrophe in Somalia immer erschreckendere Ausmaße an. Alle Welt sammelt Geld, um das Massensterben zu beenden. Gleichzeitig sollen in Deutschland zig Millionen Euro für Ihre Sicherheit und ein umfangreiches Schaugepränge ausgegeben werden – schätzungsweise zwischen 50 und 100 Millionen. Wie können Sie dies verantworten? Ist es nicht unmenschlich, so viel Geld für Ihren Besuch aufzuwenden, anstatt es den verhungernden Menschen in der Dritten Welt zur Verfügung zu stellen? Sagen Sie nicht, dass anlässlich Ihres Besuchs ja Spenden gesammelt würden. Das ändert nichts an dem staatlichen und kirchlichen Aufwand für Ihr Besuchsprogramm. Sie bräuchten keine Spendensammlung, wenn Sie auch nur einen Teil Ihrer Gold- und Aktienbestände für die Dritte Welt freigeben würden.

6. Ein besonderes Ärgernis erregt Ihr Besuch bei vielen Deutschen deshalb, weil Sie der Hauptverantwortliche für die Etablierung und Aufrechterhaltung eines weltweiten Systems der Vertuschung und Begünstigung klerikaler Kinderschändungen sind. Es handelt sich schätzungsweise um 100.000 Opfer. Die Verbrechen waren Ihnen in Ihrer Funktion als Präfekt der Glaubenskongregation bestens bekannt und wurden auf Ihr Geheiß als päpstliches Geheimnis vertuscht und der staatlichen Strafgewalt entzogen. Es handelt sich um ein über Jahrzehnte begangenes Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für das Sie persönlich verantwortlich sind. Beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag sind umfangreiche Strafanzeigen gegen Sie anhängig. Fühlen Sie sich in dieser Situation dazu berufen, auf dem internationalen Parkett als Heilsbringer aufzutreten? Solange Sie nicht die vatikanischen Archive öffnen und ernsthaft Schadensersatz leisten, ohne sich auf den Trick der Verjährung zu berufen, glaubt Ihnen niemand, dass Sie es mit den Missbrauchsopfern ernst meinen.

7. Schließlich sollten Sie auch bedenken, dass viele Deutsche die Kirchen als Schmarotzer am Volksvermögen empfinden. Trotz der hohen Staatsverschuldung besteht der Klerus weiterhin jährlich auf Zuwendungen in Milliardenhöhe, teils in Form von Steuervergünstigungen, teils in Form absurder Entschädigungen für die 200 Jahre zurückliegende Säkularisation. Die deutschen Steuerzahler sind immer weniger bereit, eine Kirchenbürokratie und ihre Priesterschaft zu finanzieren, die bis in die jüngste Zeit für schwerste Verbrechen verantwortlich sind und denen die Gläubigen scharenweise davonlaufen.

Das Blatt hat sich gewendet. Sie sind in Deutschland nicht mehr willkommen. Deshalb empfehlen wir Ihnen, Ihre Reise abzusagen und die damit für Sie frei werdende Zeit zu nutzen, um die Haltung der Kirche gegenüber den Menschen, die sie verdammt, gegenüber den Kindern, deren Missbrauch sie vertuscht und gegenüber dem Staat, den sie ausbeutet, gründlich zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Holzbauer
Freie Bürger für demokratische Werte (GbR)