Freie Bürger für demokratische Werte

Brief an Johannes Singhammer (CSU)

Herrn Johannes Singhammer
Platz der Republik 1
11011 Berlin

4.7.2011

Sehr geehrter Herr Singhammer,

die Neue Bildpost verbreitete am 2.Juli Ihre Reaktion auf die von Ihrem Kollegen Rolf Schwanitz (SPD) geäußerten Bedenken gegen einen Auftritt des Papstes im Bundestag.

Ich bedaure, dass mit dieser Ihrer Wortmeldung ein aggressiver, von Intoleranz geprägter Katholizismus einem deutschen Abgeordneten des Deutschen Bundestages den Hinweis auf die Wahrung von Verfassung und Demokratie streitig machen will.

Es mag für Sie eine Freude sein, dass der deutsche Papst als Schirmherr einer durch weltweite Kinderschänderskandale erneut ins Zwielicht geratenen und in verschiedenen Staaten wegen der Verbrechen gerichtlich zur Rechenschaft gezogenen Organisation im Bundestag sprechen wird. Doch wenn Sie behaupten, der Papst genieße „als Mann des Friedens weltweit Achtung“, so können wir diese Aussage nicht nachvollziehen. Denn Joseph Ratzinger hat sich in der Tradition seiner Vorgänger ganz offen gegen den Frieden ausgesprochen, wie z.B. Radio Vatikan am 23.11.2004 unter der Überschrift "Ratzinger warnt vor Pazifismus" meldete.

Man muss also gar nicht über sehr viel Allgemeinwissen verfügen – über die blutgetränkte Geschichte der Päpste und des Vatikans, über Inquisition, Völkermord, Hexenverbrennungen, Judenprogome und andere Gewalttätigkeiten, oder über die Verstrickungen der Papstorganisation in Rüstungs - und andere dubiose Geschäfte, über Kriege, Aidstote, Kinderschänderverbrechen bis in die Gegenwart hinein, um zu erkennen, dass der Papst kein Mann des Friedens ist. Auch ein Blick in die totalitäre Verfassung des Vatikans und in seine Dogmen, welche – im Gegensatz zu Jesus von Nazareth – Gewalt, Kriege und Töten bis heute rechtfertigen, genügt, um Ihre Aussage vom „Mann des Friedens“ ad absurdum zu führen.

Joseph Ratzinger war bereits als Kurienkardinal hauptverantwortlich für ein weltweites Vertuschungssystem für Sexualverbrechen in den eigenen Reihen. Wer ihn wie Sie über den grünen Klee lobt, der verhöhnt gleichzeitig die Opfer dieser Verbrechen, die häufig einem Seelenmord gleichkommen.

Mit freundlichen Grüßen



(Matthias Holzbauer)

P.S.: Eine Kopie dieses Briefes, der auch im Internet veröffentlicht wird, geht an die Laizisten in der SPD