Freie Bürger für demokratische Werte

Brief an Thomas Rachel (CDU)

Herrn Thomas Rachel MdB
Platz der Republik 1
11011 Berlin

29.6.11

Sehr geehrter Herr Rachel,

es ist eine Schande, wie Sie Abgeordneten-Kollegen, die sich verfassungs- und rechtskonform äußern und verhalten, dermaßen unflätig und unsachlich angreifen, wie Sie das mit den Laizisten in der SPD getan haben.

Und es ist eine Schande, wenn es in den Reihen des Bundestags überhaupt möglich ist, einen absolutistischen Diktator und den Schirmherr eines weltweiten Vertuschungssystems pädokrimineller Untaten im Deutschen Bundestag reden zu lassen.

Ihre Äußerungen belegen zudem, in welch erschreckendem Maße demokratiefeindliche und unchristliche Tendenzen in der deutschen Demokratie an Raum gewonnen haben. Nicht umsonst wurde Papst Joseph Ratzinger in diesem Jahr beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angezeigt – nicht nur wegen des pädokriminellen Vertuschungssystems seiner Kirche, sondern z.B. auch wegen der Aufrechterhaltung des todbringenden Kondomverbots.

Würden Sie etwa Ihre Enkel der Kirche des Papstes und deren Lüstlingen zur Verfügung stellen? Vermutlich nicht. Doch weshalb tun Sie dann kund, die „evangelischen Christen in der Union“ freuten sich auf den Papstbesuch? Auf diese Weise verhöhnen Sie nicht nur Christus, der mit den Machenschaften der Vatikankirche nichts zu tun hat, sondern Sie verhöhnen auch die unzähligen Opfer kirchlicher Sexualverbrechen, für deren Vertuschung Joseph Ratzinger als Hauptverantwortlicher benannt werden kann.

Und welche „starken Impulse für die Ökumene“ versprechen Sie sich von dieser Rede? Ihnen scheint nicht bewusst zu sein, dass Sie als Lutheraner aus Sicht der katholischen Dogmen in der „ewigen Hölle“ landen werden, wenn Sie nicht vor dem Hinübergehen noch katholisch werden. Daran kann der Papst gar nichts ändern, selbst wenn er es wollte. Er kann es höchstens mit schönen Worten ein wenig überpinseln. Eine „Ökumene“ ist für den Papst und die Kurie allenfalls als Unterordnung der Lutherkirche unter die vatikanische Oberherrschaft denkbar – möglicherweise unter Beibehaltung gewisser ritueller Eigenheiten, ähnlich wie z.B. bei den slawisch-unierten Kirchen.

Soll für diese vage „Hoffnung“ dann quasi die Demokratie aufgespießt werden, indem man einen absoluten Monarchen hofiert? Was haben sie sich dabei nur gedacht?



Mit freundlichen Grüßen



(Matthias Holzbauer)

Eine Kopie dieses Briefes, der auch im Internet veröffentlicht wird, geht an die Laizisten in der SPD