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Die Vertuschung geht weiter

Die Vertuschung geht weiter

Vatikan-Richtlinien zu Sexualverbrechen:

„Entgegen dem in der Öffentlichkeit entstandenen Eindruck, führt das Rundschreiben des Vorsitzenden der römisch-katholischen Glaubenskongregation vom 16.5.2011 nicht dazu, dass bei Sexualverbrechen von Priestern in Zukunft stets die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird.“ Zu diesem Schluss kommt die Kanzlei Dr. Sailer/Dr. Hetzel in einer aktuellen Pressemeldung:
http://www.der-fall-des-papstes.info/downloads/pm-vatikan-erlaubt-weiter-vertuschung-von-sexu.pdf
Die Kanzlei beobachtet seit Jahren die Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche in aller Welt und betreut Opfer kirchlicher Sexualverbrechen. Insbesondere weist die Kanzlei in ihrer Analyse darauf hin, dass im päpstlichen Rundschreiben der Erlass von Papst Johannes Paul II. vom 30.4.2001 ausdrücklich aufrecht erhalten wird. Und somit sei die Pflicht zur „päpstlichen Geheimhaltung“ weiter in Kraft.
Die Hintertüren, die man sich offenlasse, kämen auch an anderer Stelle deutlich zum Ausdruck – so z.B., wenn in den deutschen Richtlinien vorgesehen sei, die Strafverfolgungsbehörden nicht einzuschalten, wenn das Opfer dies wünsche. „Wird es der brave Ministrant aus katholischer Familie oder der aufstrebende Schüler eines katholischen Gymnasiums wirklich wagen, gegen die Autoritäten seines jungen Lebens Strafanzeige zu erstatten?“ Oder wenn im päpstlichen Rundschreiben darauf hingewiesen werde, dass das „Beichtsakrament“ nicht verletzt werden dürfe, so werde auch hier ein Fluchtweg gewiesen: „Wenn ein Kinderschänder gar die Flucht nach vorne ergreift, zu seinem Bischof geht und ihn um die Abnahme der Beichte bittet, unterliegt sein Verbrechen auch in einem Land, in dem es eine Anzeigepflicht gibt, absoluter Geheimhaltung.“
Der Herausgeber des Rundschreibens, Kardinal Levada, sei im übrigen in den 1980er Jahren als Bischof von Portland (USA) selbst als „einer der größten Vertuscher“ unangenehm aufgefallen.
Frage an die Abgeordneten: Wollen sie wirklich einen Mann im Bundestag sprechen lassen, der der Öffentlichkeit in dieser entscheidenden Frage der kirchlichen Sexualverbrechen weiterhin Sand in die Augen zu streuen versucht?

Vatikan missachtet Kinderschutz

Amnesty International: Vatikan missachtet Kinderschutzkonvention
Schwere Vorwürfe hat Amnesty International gegen den Vatikan erhoben: Er sei seinen Verpflichtungen aus der UN-Konvention über die Rechte der Kinder nicht nachgekommen. Erstmalig widmete Amnesty deshalb dem Vatikan in seinem Jahresbericht eine ganze Seite: http://amnesty.org/en/region/vatican/report-2011.
„Amnesty International sieht Rechtsbrüche der Kirche, weil sie Straftäter im Klerus nicht von ihren Posten entfernt und die Kooperation mit staatlichen Justizbehörden abgelehnt hat. Auf der Liste der Vorwürfe steht auch das Versagen bei der Wiedergutmachung gegenüber Missbrauchsopfern“, so berichtet der Humanistische Pressedienst: http://hpd.de/node/11590. Zudem wird von Amnesty kritisch angemerkt, dass der Vatikan seit 13 Jahren (!) mit seinen Berichten an die Kinderkonventionsstelle der Vereinten Nationen überfällig ist.
Wie der hpd berichtet, hatte der Vatikan vor vier Jahren sogar zum Boykott von Amnesty aufgerufen, weil die Organisation gefordert hatte, dass Frauen eine Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch erhalten sollten, etwa nach Vergewaltigungen.
Die britische National Secular Society erneuerte ihre Forderungen, wonach „die geheimen Unterlagen über die Missbrauchsfälle den staatlichen Strafverfolgungsbehörden endlich zugänglich gemacht werden“ sollten.
Frage an die Abgeordneten des deutschen Bundestags: Wollen sie wirklich den Papst im Bundestag sprechen lassen, solange dies alles nicht geklärt und aufgearbeitet ist? Fällt man damit nicht den Vereinten Nationen und Organisationen wie Amnesty International, die sich für die Rechte der Kinder einsetzen, in den Rücken?