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Papst Ratzinger verwickelt sich in Widersprüche

Papst Ratzingers Widersprüche

„Den Glauben nicht aufzwingen“ – aber Säuglinge taufen!

Papst Ratzinger verwickelt sich in Widersprüche

Papst Joseph Ratzinger macht es den Kabarettisten schwer. Denn für die beste Satire sorgt er gleich höchstselbst. Am 13. Juni 2011 sagte er laut Radio Vatikan in der Lateranbasilika in Rom: „Der Glaube darf nicht aufgezwungen, sondern nur vorgeschlagen werden.“
http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/articolo.asp?c=495872

Der eigentliche Witz besteht darin, dass Joseph Ratzinger in eben derselben Rede auch betonte, Eltern „sollten nicht zögern, ihr Kind schon kurz nach der Geburt taufen zu lassen.“ Der Widerspruch zwischen einer nur verbal zur Schau getragenen Religionsfreiheit und der dogmenbewehrten Zwangsvereinnahmung von Säuglingen durch seine Kirche könnte größer nicht sein. Doch dieser Widerspruch scheint Joseph Ratzinger gar nicht aufgefallen zu sein. Ist er noch ganz bei Trost?

Wie wichtig es der Vatikankirche ist, bereits unmündige Säuglinge als Mitglieder– und damit spätere Kirchensteuerzahler – in ihre Organisation hineinzuzwingen, sieht man an folgender Tatsache: Eltern, die ihre Kinder nicht taufen lassen, verfallen damit automatisch der kirchlichen Höchststrafe der Exkommunikation: „Wer leugnet, dass die neugeborenen Kinder getauft werden müssen, ... der sei ausgeschlossen.“ So die offizielle Dogmensammlung der Kirche bei Neuner/Ross, „Der Glaube der Kirche“ unter Randnummer 356. Und „ausgeschlossen“ bedeutet“: Der sei auf ewig verdammt!

Doch nicht nur den Eltern, die ihrem Kind das Recht auf freie Religionswahl nach Erreichen der Religionsmündigkeit erhalten wollen, auch den Kindern wird mit der „ewigen Hölle“ gedroht – und zwar sowohl, wenn sie nicht katholisch getauft sind, als auch dann, wenn sie zwar getauft sind, aber später aus der Kirche austreten. Und, als ob das noch nicht genug des Bizarren wäre: Gleichzeitig hat dieses Taufritual in ihrer Seele angeblich ein unauslöschliches „Mal“ hinterlassen: „Die Taufe hat in ihre Seele sozusagen katholische DNA eingegossen“, so erst im Dezember 2010 der katholische Bischof Thomas Tobin aus Providence (USA).

Die Drohbotschaft und der Psychoterror, die hier zutage treten, haben mit Religionsfreiheit und Toleranz jedenfalls nichts zu tun. Wer einer Institution vorsteht, die auf den Gebeinen von Millionen Zwangsbekehrten – Sachsen, Sarazenen, Juden, Indianern und vielen anderen – errichtet ist, der sollte allerdings die Intelligenz seiner Zuhörer nicht unterschätzen – und deren Gedächtnis. Noch eine Woche zuvor hatte Ratzinger in Zagreb demonstrativ am Grab eines Kirchenmannes – Kardinal Stepinać – gebetet, der zur Zwangsbekehrung und Ermordung Hunderttausender orthodoxer Serben durch katholische Faschisten noch Mitte der 20. Jahrhunderts geschwiegen hatte – und später selig gesprochen wurde.

Es verwundert nicht, dass mit Joseph Ratzinger ein Mann im Bundestag sprechen darf, dessen Kirche bis heute ein ganz offensichtlich gestörtes Verhältnis zur Religionsfreiheit hat und in der Praxis dem Glaubenszwang das Wort redet. Denn auch Deutschland ist schließlich noch immer in den Zwangs-Schraubstock zweier De-facto-Staatskirchen eingespannt, die diesen Staat Jahr für Jahr in schamloser Weise um Milliarden staatlicher Subventionen erleichtern.