Freie Bürger für demokratische Werte

Ausstieg aus der Papstfalle!

Ausstieg aus der Papstfalle!

„Betretenes Schweigen unter den Koalitions-Protestanten – es scheint ihnen allmählich zu dämmern, dass sie einen Fehler gemacht haben“. Mit diesen Worten kommentierte Dieter Potzel, lutherischer Theologe und Ex-Pfarrer, die Tatsache, dass die deutliche Kritik des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider an der Rede Joseph Ratzingers im Bundestag fast ohne Reaktion in der Öffentlichkeit verhallte.

Präses Schneider hatte vor einigen Tagen gegenüber dem Focus erklärt, dass er mit dem Programmpunkt der geplanten Papstrede „nicht einverstanden“ sei. Er äußerte „Unverständnis“ darüber, dass die Vatikankirche als „Staat“ auftrete. „Die Kirche als staatliches Organ – das geht gegen unser Bekenntnis“.

„Einmal abgesehen davon, dass die Lutherkirche lange Zeit selbst eine unheilvolle Staatsideologie gepflegt hat“, so Dieter Potzel: „Diese erfreulich deutliche Kritik des führenden deutschen Lutheraners bestätigt nur die Einwände, die die Freien Bürger für demokratische Werte schon vor Monaten öffentlich geäußert haben. Der Papst benützt seinen Mini-Pseudostaat nur als dürftigen Deckmantel, um als katholischer Missionar um die Welt zu reisen.“

Es sei kein Zufall, dass der Papst diesmal ausgerechnet Thüringen, das Herzland des deutschen Protestantismus, so ausführlich besuche. „Die Vatikankirche hat den Plan, die Lutherkirche eines Tages wieder zu schlucken, nie wirklich aufgegeben“, so der Theologe. „Doch nur die wenigsten Lutheraner scheinen dies begriffen zu haben. In ihrer Naivität haben sich die protestantischen Bundestagsabgeordneten, quer durch die Parteien, vom Vatikan überrumpeln und über den Tisch ziehen lassen. Denn der Papst hat sich in Wirklichkeit quasi selbst eingeladen.“ (http://www.freie-buerger-fuer-demokratische-werte.de/presse/verzweiflungsoffensive/index.html)

Doch es sei keineswegs zu spät, so Potzel, diesen Fehler zu korrigieren. Der Alleinherrscher eines diktatorischen Systems ohne Gewaltenteilung habe in einem demokratischen Parlament nun mal nichts verloren. „Eine Regierung, die es schafft, aus ihrer Atomfalle von heute auf morgen auszusteigen, kann sich auch aus der blamablen Papstfalle noch rechtzeitig befreien. Und auch die Abgeordneten der Fraktionen, die im Ältestenrat nicht für die Rede gestimmt haben, könnten nun endlich ihre steife Zurückhaltung aufgeben und Tacheles reden. Wenn es um Atomkraft geht, sind sie schließlich auch nicht auf den Mund gefallen.“