Freie Bürger für demokratische Werte

„Bankenaufsicht“ jetzt auch im Vatikan

„Katzenwäsche“ gegen Geldwäsche?



„Bankenaufsicht“ jetzt auch im Vatikan

Bargeldsummen über 10.000 Euro müssen angemeldet werden, bei Verdachtsmomenten können Personenkontrollen angeordnet werden, anonyme Konten darf es nicht mehr geben, neue Geschäftspartner sollen auf ihre Seriosität geprüft und die Herkunft ihres Vermögens u. U. geklärt werden. Ach ja, und eine Bankenaufsicht für die Vatikanbank IOR wurde auch eingerichtet. Was im Rest Europas längst Standard ist, hat nun auch den Vatikan erreicht: Er hat ein Gesetz „zur Bekämpfung von Geldwäsche“ erlassen und eine eigene Behörde dafür eingerichtet.

„Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte, die es nicht nötig haben, umzukehren“, steht schon bei Lukas (15,7). „Ob damit allerdings eine Institution gemeint sein kann, die unter dreistem Etikettenschwindel das Christliche für sich in Anspruch nimmt, das sei dahingestellt“, gibt Matthias Holzbauer, Vatikanexperte der Freien Bürger für demokratische Werte, zu bedenken. Vor allem sei selbst bei Radio Vatikan nachzulesen, dass Fachleute bezweifeln, ob die neue Behörde im unübersichtlichen Dschungel der vatikanischen Einrichtungen „wirklich effizient arbeiten kann.“ (http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/articolo.asp?c=474753)

Und ob der Sünder wirklich „umgekehrt“ ist, das sei mehr als fraglich, denn: „Der Vatikan reagierte damit auf das Einfrieren von 22 Millionen Euro aus den Kassen der Vatikanbank durch die italienische Finanzpolizei im vergangenen Herbst“, so Holzbauer. „Und die wiederum wurde aufmerksam, weil Gianluigi Nuzzi mit seinem Buch ‚Vatikan AG’ den bis in die Gegenwart hinein andauernden Geldwäschesumpf erneut offen legte.“ Dem Vatikan ginge es erkennbar nur darum, mit dem geringstmöglichen Aufwand auf die „Weiße Liste“ der OECD zu kommen.

„Kann man einem Gauner trauen, der erst dann Besserung schwört, wenn er überführt ist und die Polizei schon vor der Tür steht?“, so der Experte. Wie echte Reue aussehe, das könne man in der Bibel über den Zöllner Matthäus nachlesen: „Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zuviel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück“ (Lk 19,8). „Wann wird Papst Joseph Ratzinger die Verwicklungen der Vatikankirche in Geldwäscheskandale und dubiose Geschäfte der letzten Jahrzehnte schonungslos offen legen und das dadurch ergaunerte Geld dem Allgemeinwohl zurückgeben? Ehe das nicht erfolgt ist, sollte man ihn auch nicht im Bundestag sprechen lassen.“