Freie Bürger für demokratische Werte

Der Hochmut des Oberpriesters Robert Zollitsch

Der Hochmut des Oberpriesters Robert Zollitsch

„Die demokratische Grundeinstellung unserer Abgeordneten“ werde sich an deren Präsenz im Bundestag während der Rede des Papstes zeigen, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Karfreitag.

„Ist der Mann noch bei Trost?“, fragt Matthias Holzbauer von den Freien Bürgern für demokratische Werte. Diese machten bereits im vergangenen Jahr darauf aufmerksam, dass der Papst nicht als Staatsoberhaupt kommt, das er in Wahrheit gar nicht ist, sondern als Chef der katholischen Kirche. „Als solcher“, so Holzbauer, „hat er gleich aus mehreren Gründen im Deutschen Bundestag nichts verloren. Erstens: Weil der Staat in Sachen Religion neutral sein muss. Zweitens: Weil der Papst der Chef einer Ein-Mann-Diktatur ist, der in einem demokratischen Parlament nichts verloren hat. Und drittens: Weil er als Chef der römisch-katholischen Glaubenskongregation ein weltweites System der Vertuschung und Begünstigung klerikaler Sexualverbrecher errichtet hat, das er als Papst aufrechterhält.“

Bereits 2010 schrieb der weltbekannt Theologe und Autor Hans Küng an die Deutsche Bischofskonferenz: „Es darf nicht verschwiegen werden, dass das weltweit in Kraft gesetzte Vertuschungssystem von klerikalen Sexualvergehen gesteuert war von der römischen Glaubenskongregation Kardinal Ratzingers (1981-2005), wo schon unter Johannes Paul II. unter strengster Geheimhaltung die Fälle gesammelt wurden. Noch am 18. Mai 2001 sandte Ratzinger ein feierliches Schreiben über die schwereren Vergehen (‚Epistula de delictis gravioribus’) an alle Bischöfe. Darin werden die Missbrauchsfälle unter das ‚Secretum Pontificium’ (päpstliches Geheimnis) gestellt, bei dessen Verletzung man sich schwere Kirchenstrafen zuziehen kann.“

Erzbischof Robert Zollitsch fiel vergangenes Jahr dadurch auf, dass er Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger zurechtwies, weil sie bezweifelte, dass die Kirche diese Verbrechen wirklich aufklären will. Holzbauer: „Zollitsch hat offenbar noch nicht mitbekommen, dass die kirchliche Oberherrschaft über den Staat in Deutschland von Verfassungs wegen aufgehoben ist. Oder wollen das jetzt einige wieder zurückdrehen? Man darf gespannt sein, ob der Bundestagspräsident es sich gefallen lässt, dass die Kirche die deutschen Abgeordneten zum Papstapplaus kommandiert. Und wie steht es mit den Abgeordneten selbst? Die Äußerung des Bischofs ist eine Zumutung, die einen weiteren Grund darstellt, die Papstrede im Deutschen Bundestag endlich zu stornieren.“