Freie Bürger für demokratische Werte

Der Papst will keine Privilegien

Der Papst will keine Privilegien


„Der Papst will keine Privilegien – also auch keine Bundestagsrede!“

„Der Papst will nach eigener Aussage keine Privilegien. Damit macht er es dem Bundestag leicht: Denn eine Rede vor dem Parlament wäre ohne Zweifel ein Privileg.“ Mit diesen Worten kommentierte Matthias Holzbauer, Vatikan-Experte der Freien Bürger für demokratische Werte, die Aussagen von Bundestagspräsident Lammert, der Kritik an der Papstrede zurückgewiesen hatte (http://www.domradio.de/aktuell/70927/gute-gruende.html). „Herr Lammert hat offenbar nichts vom Neujahrsempfang des diplomatischen Korps im Vatikan mitbekommen“, so Holzbauer weiter. Denn dort sagte Papst Joseph Ratzinger:

„Vor diesem geschätzten Auditorium möchte ich schließlich nochmals nachdrücklich sagen, dass ... die Kirche weder Privilegien sucht, noch sich in ihrer Mission in fremde Bereiche einmischen, sondern einfach ihre Sendung in Freiheit ausüben will.“ (http://www.zenit.org/rssgerman-22230)

Man solle diese Aussagen des Papstes endlich einmal ernst nehmen, so Holzbauer. „Er will erstens kein Privileg, und zweitens ist er der absolute Monarch eines diktatorischen Regimes, dem jegliche Gewaltenteilung fremd ist. Das Parlament eines demokratischen Rechtsstaats ist für ihn also ein äußerst fremder Bereich, in den er sich nicht einmischen will. Dies sollte man einfach mal respektieren! Ist das denn so schwer?“

Ausgerechnet ein Joseph Ratzinger solle dann im Bundestag, wie Lammert hofft, „etwas zu den geistigen Grundlagen einer modernen demokratischen Gesellschaft“ sagen. „Ist der Realitätsverlust, unter dem Lammert leidet, eigentlich noch zu überbieten?“, fragt Holzbauer. „Und welche ‚Bemerkungen’ soll der Papst zur Ökumene machen? Soll er etwa wahrheitsgemäß sagen, dass alle Lutheraner nach der Lehre der Vatikankirche in der ewigen Hölle landen, wenn sie nicht vor dem Tod noch katholisch werden? Um das in Erfahrung zu bringen, braucht man doch keine Rede im Bundestag. Es genügt völlig, die einschlägigen Passagen in der offiziellen Dogmenliteratur der Romkirche nachzulesen.“