Freie Bürger für demokratische Werte

Papst gegen Sexualaufklärung

Papst gegen Sexualaufklärung

„Vielleicht denken jetzt einige der Abgeordneten, die so eifrig einen Auftritt des Papstes im Deutschen Bundestag befürwortet haben, darüber nach, wen sie sich da eigentlich einladen wollen.“ So kommentierte Matthias Holzbauer, Vatikan-Experte der Freien Bürger für demokratische Werte, die Aussagen von Joseph Ratzinger zum Sexualkundeunterricht.

Der Papst hatte in seiner Neujahrsansprache die Teilnahme von Schulkindern an „Aufklärungskursen und Lebenskunde“ als „Angriff“ auf die Religionsfreiheit bezeichnet (http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-01/papst-aufklaerung-religionsfreiheit). Offensichtlich bezog er sich dabei auf den „Lebenskunde“-Unterricht“ in Spanien, in dem Themen wie Empfängnisverhütung, Scheidung, Abtreibung oder Toleranz gegenüber Homosexuellen besprochen werden.

„Der Papst führt ständig das Wort ‚Religionsfreiheit’ im Mund“, so Holzbauer. „Jetzt weiß auch der letzte Abgeordnete, was der Pontifex selber darunter versteht: offenbar die ‚Freiheit’ des Vatikans, die Menschen in den Mief und die Doppelmoral der 50-iger Jahre zurückzuführen.“ Der Papst setze sich damit symbolisch an die Spitze der katholischen „Taliban“, die am liebsten wieder alles über ihren kirchlichen Kamm scheren würden. „Bekommen wir jetzt bereits einen Vorgeschmack davon, was der Vatikan unter der angekündigten ‚Neu-Evangelisierung Europas’ versteht? Die Bundestagsabgeordneten sollten sich gut überlegen, ob sie einem Kulturkämpfer wie Ratzinger ein Forum bieten wollen – denn er steht offenbar für Werte, die der deutschen Verfassung widersprechen. Wenn das die Religion ist, die in Deutschland den Ton angeben soll, dann kann ein aufrechter Demokrat unter ‚Religionsfreiheit’ eigentlich nur verstehen: von einer solchen Religion möglichst rasch frei zu werden.“