Freie Bürger für demokratische Werte

Kosten und Aufwand für den Papstbesuch

Papstbesessen und pflichtvergessen


Pressemitteilung


„Wieviel Euro kostet der neuerliche Papstbesuch in Deutschland den Steuerzahler? 100 Millionen Euro? Etwas weniger? Oder gar 200 Millionen oder mehr? Welche Summen werden alles mit eingerechnet?“ Dieter Potzel, Finanzexperte der Freien Bürger für demokratische Werte, gibt dazu ein aktuelles Beispiel: „Die Politiker in Thüringen haben für den Papstbesuch die Burg Scharfenstein schon einmal auf Staatskosten aufwändig und ‚unter Hochdruck’ renoviert, da der Papst ja im September eventuell dorthin kommen könnte.“ Landrat Werner Henning (CDU) erklärte dazu: "Mit dem, was wir auf dem Scharfenstein gemacht haben, sind wir gut vorbereitet. Und wir sind uns im Klaren darüber, dass wir weitere Leistungen zu erbringen hätten, wenn der Papst unsere Einladung annehmen würde" (Thüringer Allgemeine, 9.2.2011).

Das ist jedoch nicht alles. Der Landrat weiter: "Nicht zuletzt hat die Perspektive auf den Besuch des Papstes eine Rolle gespielt, als es um Fördermittel für das Ensemble rund um die Burg Scharfenstein ging. Sicher ist die neue Straße auch entstanden, weil sie als Wegebeziehung nötig ist, doch das Thema spielte bei der Vergabe von Finanzen im Land gewiss eine Rolle" (Thüringer Landeszeitung, 2.11.2010).

„Nachrichten wie diese sind aber nur die Spitze des Eisbergs“, so Potzel. „Da werden schon Millionen vorab locker gemacht und verschoben, und es ist fraglich, ob diese dann überhaupt später in einer Statistik der Papstbesuchskosten auftauchen werden.“

Doch (man hätte es eigentlich ahnen können) jetzt gefällt dem Reisemarschall des Papstes ein anderer Ort besser als Burg Scharfenstein, nämlich der Marienwallfahrtsort Etzelsbach. Der bietet wohl auch einen besseren katholischen Kontrast zur chronischen Luther-Verehrung bei den Protestanten in Thüringen. Und jetzt geht es bestimmt dort los mit den Renovierungen, Fördermittelabzweigungen, Umbauten usw. Die Rede ist bereits von "separaten Mitteln", die der Staat jetzt dringend dort einsetzen müsse (Thüringer Allgemeine, 11.2.2011).

„Vielleicht erinnern sich manche“, so Potzel: „Für den Papstbesuch in Regensburg im Jahr 2006 wurde eine eigene Autobahnausfahrt gebaut. Hochspannungsleitungen wurden auf Staatskosten unterirdisch verlegt, damit die Gläubigen während der Messe eine schönere Panorama-Sicht auf den Papst hatten. Und der Rückbau des Islinger Feldes in den vorherigen Zustand dauert mehrere Jahre, hieß es damals. Wieviel Geld er verschlingt, wurde nicht verraten.“

Die Bürger sollten den jetzt schon papstverrückten Politikern besser auf die Finger schauen, oder noch besser: auf die Finger klopfen, so Potzels Appell. „Denn es kann nicht angehen, dass für den Boss eines schwerreichen multinationalen Konzerns das Geld verbraten wird, das dann den Armen und Arbeitslosen fehlt. Ein Politiker, der dies tun, handelt nicht nur papstbesessen, sondern auch pflichtvergessen.“